Kohleausstieg - jetzt!

Teure Ehrenrunde

Reinhart Kraft, Pfarrer i.R.

 

Der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Ralph Brink-haus,  erklärte kürzlich, mit dem Ausstieg aus der Kohle müsse man nicht dogmatisch umgehen. Man dürfe sich auch etwas mehr Zeit nehmen, als die Vereinbarung der Kohlekommission vorsieht, und gern noch „eine Ehrenrunde einlegen“. Das klingt vernünftig und jeder hört es gern. Doch woher nimmt der Heilsprophet sein Wissen? Wird die Erderwärmung stillhalten, während die Zivilisation weitere Unmengen von CO2 in die Atmosphäre bläst? Wird der Anstieg der Meere eine Pause machen? Werden die klimabedingten Unwetter sagen: „Wir halten uns zurück und machen eine Ehrenrunde?“ Ein Blick in den Sonderbericht des Weltklimarates IPCC vom Oktober 2018 konfrontiert uns mit der wahren Lage der Dinge. Das Zeitfenster innerhalb dessen eine Erderwärmung abgewendet werden kann, die Teile der Erde unbewohnbar macht, ist kurz. Wir haben dazu keine zwanzig Jahre Zeit. Jede noch so geringe weitere Erwärmung fällt ins Gewicht und verursacht langfristige oder unumkehrbare Schäden und Kosten. UN Generalsekretär Guterres: „Wenn wir den Kurs bis 2020 nicht ändern, riskieren wir, den Punkt zu ver-passen, an dem wir der Katastrophe ausweichen können.“ Wohlfeile Beschwichtigungen sind realitätsfern und werden uns teuer zu stehen kommen.

 

 

 

 

 

 

 

Klima-Fastenaktion 2019

Einladung zur Fastenaktion für Klimaschutz&Klimagerechtigkeit

von Georg Wagener-Lohse

 

"So viel du brauchst... " - so lautet das Motto der Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit 2019. Es geht darum eigene Ver-haltensmuster in Frage zu stellen und einen klimafreundlichen Lebensstil zu erproben.

Die Ökumenische Umweltgruppe beteiligt sich in diesem Jahr an dieser Aktion und wir möchten Sie ganz herzlich einladen, sich mit uns gemeinsam auf dieses kleine Abenteuer des Alltags einzulassen. Kommen Sie doch am Ende der ersten Fastenwoche am Samstag, 9. März um 18 Uhr in die Salvatorgemeinde zu einer gemeinsamen Suppenmahlzeit, um über die Chancen dieser Zeit zu sprechen. Dann bieten wir  Ihnen ab dem 18. März immer Montags um 18 Uhr in der Kellerbar der Salvatorgemeinde an, zu einem kurzen Erfahrungsaustausch und thematischen Hinweisen zusammen-zukommen.

Vierzehn Kirchen in Deutschland, unter ihnen die EKBO und der Diözesanrat des Erzbistums Berlin, haben ein gemeinsames Angebot organisiert, das sich auch im Internet unter "www.klimafasten. de" finden lässt. Über sieben Wochen hinweg werden Anregungen gegeben, wie Sie anders einkaufen, unterwegs sein, weniger Energie verbrauchen und kochen können, um so einen Beitrag zur Ver-kleinerung Ihres ökologischen Fußabdrucks und zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten.

 

Bitte weiterlesen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jahrestagung Seddiner See

Schwerpunkte unserer Arbeit  in diesem Jahr

 

Am Wochenende 26./27. Januar traf sich die Ökumenische Umwelt-gruppe wie jedes Jahr zur Jahres-tagung in der Heimvolkshochschule am Seddiner See, um das ver-gangene Jahr auszuwerten und Themen und  Aktivitäten für dieses Jahr zu verabreden.

Dabei ergaben sich folgende Schwerpunkte:

- Die Umweltgruppe möchte Men-schen in Lichtenrade mit einer Veranstaltung für die Europawahl interessieren und zwar besonders zu den Themenbereichen "Klima-wandel" sowie "Landwirtschaft und Ernährung".

- Aus der Überzeugung heraus, dass Menschen auch über ihr Herz und ihre Seele erreicht werden, soll es ferner wieder ein interreligiöses Konzert zum Thema "Unser gemein-sames Haus" geben.

- Im Herbst wird die Umweltgruppe versuchen, die Kampagne zur Müllvermeidung weiter zu ent-wickeln - und ein konkretes Ange–bot zur solidarischen Landwirtschaft zu machen.

 

Mitstreiter*innen sind herzlich will-kommen!

 

Ihr/Euer Team von der Ökumenischen Umweltgruppe

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken z. Jahresausklang

Da hilft nur eins

von Reinhart Kraft

 

Mit dem Umweltschutz ist es wie mit einem Schiff, das auf ein gefährliches Riff zufährt, aber niemand ist da, der das Steuer umdreht. Die Besatzung sitzt an der Bar und feiert. So ist es auch bei uns im politischen Alltag. Klima-schutz steht auf der politischen Tagesordnung unter „Verschie-denes“. Die Bundesrepublik wird die Klimaziele, zu denen sie sich selbst im Pariser Vertrag verpflichtet hatte, nicht einhalten. Die Konzentration der klimaschädlichen Gase in der Atmosphäre steigt an und ist so hoch wie nie zuvor. Es ist, als habe man sich stillschweigend darauf geeinigt, die Augen vor den Folgen zu verschließen: Teile der Erde werden gänzlich unbewohnbar sein. Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden zunehmen, nicht nur in den Ländern des Südens. Die Verteilungskämpfe um Wasser, Böden, Nahrungsmittel nehmen zu und damit auch die Ströme von Menschen, die nach einer neuen Bleibe suchen.

Da hilft nur eins: Bürgergruppen müssen den Politikern Beine machen. Sie müssen die wahre Bedeutung der Klimafrage auf die Straße tragen. Aber wer geht hin, wenn für eine andere Energiepolitik demonstriert wird? 16.000 waren es zuletzt in Berlin. Das ist jämmerlich. Lieber Leser, wo warst Du ?

Es gibt den zynischen Witz über den Mann, der vom Balkon eines Hochhauses fällt und kurz vor dem Aufprall feststellt: „Bisher ist nichts passiert“. Mit der Gabe der Verdrängung, also der Leugnung von Realitäten, sind wir alle reichlich ausgestattet. Aber wir sind auch ausgestattet mit der Fähigkeit zur Umkehr. Die Politik wird nur umsteuern, wenn auch der Einzelne bereit ist, aus falschen Wegen umzukehren: weniger Fleisch, weniger Auto, weniger Flug, weniger Konsum, weniger Plastik. Und mehr Spiel und Bewegung, mehr miteinander, mehr Muße, mehr Genuss, mehr Zärtlichkeit, mehr Würde im neuen Jahr.