Gedanken zum Jahresausklang

Da hilft nur eins

 

von Reinhart Kraft

 

Mit dem Umweltschutz ist es wie mit einem Schiff, das auf ein gefährliches Riff zufährt, aber niemand ist da, der das Steuer umdreht. Die Besatzung sitzt an der Bar und feiert. So ist es auch bei uns im politischen Alltag. Klimaschutz steht auf der politischen Tages-ordnung unter „Verschiedenes“. Die Bundesrepublik wird die Klimaziele, zu denen sie sich selbst im Pariser Vertrag verpflichtet hatte, nicht einhalten. Die Konzentration der klimaschädlichen Gase in der Atmosphäre steigt an und ist so hoch wie nie zuvor. Es ist, als habe man sich stillschweigend darauf geeinigt, die Augen vor den Folgen zu verschließen: Teile der Erde werden gänzlich unbewohnbar sein. Überschwemmungen, Stürme und Dürren werden zunehmen, nicht nur in den Ländern des Südens. Die Verteilungskämpfe um Wasser, Böden, Nahrungsmittel nehmen zu und damit auch die Ströme von Menschen, die nach einer neuen Bleibe suchen.

Da hilft nur eins: Bürgergruppen müssen den Politikern Beine machen. Sie müssen die wahre Bedeutung der Klimafrage auf die Straße tragen. Aber wer geht hin, wenn für eine andere Energiepolitik demonstriert wird? 16.000 waren es zuletzt in Berlin. Das ist jämmerlich. Lieber Leser, wo warst Du ?

Es gibt den zynischen Witz über den Mann, der vom Balkon eines Hochhauses fällt und kurz vor dem Aufprall feststellt: „Bisher ist nichts passiert“. Mit der Gabe der Verdrängung, also der Leugnung von Realitäten, sind wir alle reichlich ausgestattet. Aber wir sind auch ausgestattet mit der Fähigkeit zur Umkehr. Die Politik wird nur umsteuern, wenn auch der Einzelne bereit ist, aus falschen Wegen umzukehren: weniger Fleisch, weniger Auto, weniger Flug, weniger Konsum, weniger Plastik. Und mehr Spiel und Bewegung, mehr miteinander, mehr Muße, mehr Genuss, mehr Zärtlichkeit, mehr Würde im neuen Jahr.

 

 

Klimapilgerweg

           Klimapilgerweg

    machte Station in Lichtenrade

 

 

Seit dem 9. September lief eine Kerngruppe, der sich täglich andere Menschen anschlossen, von Bonn in Richtung Katowice (Polen), wo die diesjährige Klimakonferenz vom 3.- 14. Dezember stattfindet. Ab Anfang November waren sie in Brandenburg unterwegs, um über Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam am 23. November  in Berlin in der kath. Gemeinde zu den Heiligen 12 Aposteln in Nikolassee anzukommen.

Die Ökumenische Umweltgruppe lud die Pilger nach Lichtenrade ein und plante den Weg am Samstag, 24. November und am Sonntag, 25. November von Lichtenrade nach Kreuzberg zur ev. Melanchthon Gemeinde.  Am Sonntag begleitete uns dabei auch die ehem. Bundesministerin für Umwelt und Bauen, Dr. Barbara Hendricks, als Schirmherrin des Klimapilgerwegs.

 

 

siehe Filmbericht in Mediathek:

In der Mediathek finden Sie einen

Filmbericht von der Andacht mit den Klimapilgern in der Alten Mälzerei in Lichtenrade  am Sonntagmorgen, 25. November und dem an-schließenden Pilgerweg zum Flug-hafen Tempelhof.

Das Video wurde uns freund-licherweise von Herrn Ralf Kuhl zur Verfügung gestellt. 

 

 

"Rise for climate"

Ökumenische Umweltgruppe auf dem Fest der Kirchen am 8.9. auf dem Alexanderplatz

von Margrit Schmidt

 

Inmitten von vielen engagierten Gruppen stieß unser Stand mit den Themen unserer Umweltgruppe auf reges Interesse: nicht nur unsere jüngsten Recherchen, Ergebnisse und Anregungen zum Thema „Vermeidung von Plastikmüll“, sondern auch die vielen Aspekte einer klimaschützenden Lebensweise fanden Beachtung.

So war es folgerichtig, dass wir anlässlich des weltweiten Aktions-tages "Rise for Climate" (www.riseforclimate.org) zusammen mit anderen Menschen aus der Klimaschutzbewegung einen Beitrag auf die Bühne gebracht haben: Unter dem Motto „Hände weg vom Erbe unserer Kinder“ stellten wir die Forderung, in die Zukunft statt in Klimachaos zu investieren. Sowohl das Land Berlin als auch unsere Landeskirche haben bereits versprochen, ihre Finanzen aus Geschäften mit Kohle, Öl und Gas herauszuziehen. Dieses Divestment könnte auch im Privaten um sich greifen, indem jeder sein überschüssiges Geld nach ethischen Kriterien anlegt. Ein junger Bot-schafter aus der „Fossil-Free“- Bewegung überbrachte unsere Solidaritätsbekundung an die Aktivisten vor dem Bundeskanzler-amt, die sich dort unter dem Eindruck der verheerenden Trocken-heit dieses Sommers unter dem Motto „Unsere Erde brennt – handelt endlich!“ versammelt hatten. Folgerichtig ist es für einige von uns auch, sich für den Ausstieg aus der Kohleverbrennung zu engagieren.

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Fahrradtour 2018

Die ökumenische Umweltgruppe war wieder unterwegs 

von Helmut Herzau


Nach der aufwendigen Vorbereitung und Durchführung des Marktes der Möglichkeiten vor der Mälzerei, müssen wir einfach mal durchlüften.

Sind wir in den vergangenen Jahren auf gut ausgebauten Wegen an Flüssen entlang geradelt, so treibt es uns in diesem Jahr in die Neustrelitzer Seenlandschaft und den Müritz Nationalpark. Vor uns liegen ca. 180 Kilometer.

Vom Bahnhof Fürstenberg/Havel geht es zunächst in westlicher Richtung zum Atomkraftwerk bei Rheinsberg bzw. zu dem, was davon noch übrig geblieben ist. Seit 22 Jahren arbeitet man an seinem Rückbau. Die strahlenden Bauteile wurden in die Nähe von Greifswald transportiert und dort oberirdisch (!) in einer Halle gelagert. Wenn man bedenkt, dass das AKW für eine Laufzeit von 20 Jahren konzipiert wurde, der Rückbau ca. 25 Jahre dauern wird und ein sicheres Endlager noch nicht vorhanden ist, darf an der Weitsichtigkeit der verantwortlichen Personen in Ost und aber auch in West gezweifelt werden.-

Erfreulicher ist dann der „Ritt“ nach Rheinsberg, diesem Städtchen, auf dessen Schloss Friedrich der Große die „glücklichsten Jahre seines Lebens" verbracht haben soll und das durch Theodor Fontane und Kurt Tucholsky zu literarischer Bekannt-heit gelangte.

Nach ausgiebiger Kaffeepause geht es weiter nach Warenthin am Rheinsberger See zur ersten Übernachtungsstation.
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