Was bleibt von diesem Sommer?

Wir haben ihn genossen und wir haben gestöhnt. Wir haben den anhaltenden Sonnenschein Tag für Tag genossen und wir haben zugleich unter der Glut der Hitze gelitten. Und fast alle, die ich sprach, haben diesen Sommer auch mit einem mulmigen Gefühl erlebt, mit der Sorge, dass da etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

Ich hoffe, wir werden diesen Sommer nicht vergessen. Ich hoffe, wir werden uns an die schönen Tage dankbar erinnern. Und ich hoffe, dass dieser Sommer als ein Weckruf bei uns ankommt. Ja, der Klimawandel steht nicht in Büchern, er ist mit Macht bei uns angekommen. Heute sind es Sonnenfluten und Waldbrände und morgen werden es Starkregen und Erdrutsche sein. Nicht in Bolivien, sondern auch bei uns. Dieser Sommer könnte ein Weckruf sein. Er könnte die Aufmerksamkeit der Regierenden auf die wahren Herausforderungen der Gegenwart lenken. Noch ist es möglich, noch wäre es Zeit, die schlimmsten Folgen der Erderwärmung einzudämmen.

Es ist aber mit dem Verweis auf die Verantwortung der Regierenden nicht getan. Der Druck muss von unten kommen und der Wandel muss in unserem Leben begin

Am 8. September wäre Gelegenheit, aufzustehen und zu zeigen, was wir jetzt von der Politik erwarten. An diesem Tag ist der internationale „Climate Action Day“. Auch in Berlin werden zahlreiche Demonstrationen oder Mahnwachen stattfinden. Es ist Zeit, aufzustehen und dabei zu sein.

 

Pfarrer i.R. Reinhart Kraft