Was hinten rauskommt

Im Rahmen ihrer Aktion „Plastik Nein Danke!“ besuchten Bürger-Innen aus Lichtenrade die ALBA Mülltrennungsanlage in Mahlsdorf.

Aller Verpackungsabfall, den die Berliner in die gelben Säcke oder die Wertstofftonne stopfen, landet in Mahlsdorf in der großen Müll-trennungsanlage. Wir haben uns die Lärmschützer über die Ohren gezogen und uns die Anlage von innen angeschaut. Da rauscht unser Müll mit einem Affenzahn über Hunderte von Förderbändern durch Siebtrommeln, Infra-rotfilter, Windkammern und Magnetfelder, wird zerrupft und zerkleinert und nach Sorten getrennt. Es ist wie ein Verdauungsprozess. Und riecht auch so. Was daran wertvoll ist, vor allem Weißblech, Aluminium, und verschiedene sog. sortenreine Kunststoffe, wird herausgefiltert, zu Ballen verpresst und als Wertstoff für die Wiederverwertung verkauft. Das ist eine imponierende Technik, die man da bestaunen kann. Und wir können froh sein, dass bei uns die Plastikabfälle nicht auf die Felder, an den Strand oder ins Meer gelangen. Freilich, es ist auch wahr: Gerade etwa 20 % des Verpackungsmülls lässt sich wiederverwerten. Der Löwenanteil muss verbrannt werden. Das betrifft vor allem die zahlreichen Verbundstoffe und Mischkunststoffe. Und bei dieser Verbrennung entstehen wiederum hochgiftige Schwermetalle und andere Rückstände, die in ehemaligen Bergwerken in Thüringen eingelagert werden müssen. Was also hinten rauskommt ist und bleibt überwiegend, freundlich ausgedrückt, eine kritische Masse.

Ich erlaube mir einmal, vor Augen zu führen, wie intelligent dagegen die Natur ihre Produkte verpackt und denke dabei an den Kürbis und die Banane, an die Zwiebel und die Weintraube, an die Kokosnuss und die Paprika, die Gurke, die Kartoffel. Alles 100% recyclebar. Warum müssen wir es besser wissen und unser Obst und Gemüse zusätzlich in Plastik einpacken? 

Und auch das ist anzumerken: Trotz aller hochentwickelten Technik sahen wir am Ende des Bandes dann doch auch wiederum Menschen stehen, der Aufgabe es ist, Reste und Fremdkörper aus dem vorbeiflitzenden Abfallstrom herauszufischen. Eine Arbeit, die man seinem Feind nicht wünscht.        

 

 

Fazit: Wir brauchen Vorgaben des Gesetzgebers mit dem Ziel, nur recyclebare Kunststoffe zuzulassen. Und wir brauchen Menschen, die aus Rücksicht auf die gute Schöpfung Plastik von Anfang an vermeiden, wo immer möglich.

R. Kraft