Bauernmarkt und Film auf dem Mälzereigelände am 30.9.2017

 

 

Fröhlicher Ernst – Erster Bauernmarkt vor der Mälzerei

 

Am Vortag noch der besorgte Blick auf die Wetterprognose und dann wurde es doch ein leuchtender Herbsttag. Und so kamen erfreulich viele Besucher auf den Bauernmarkt vor der alten Mälzerei. Jung und Alt genoss die wärmende Sonne und das besondere Flair dieses Platzes vor dem eindrucksvollen Gebäude. Zu den Klängen der Jazzband im Hintergrund ließ es sich ganz entspannt an den Marktständen bummeln, die Angebote aus dem Umland beschnuppern oder erwerben. Einige setzten sich zu einem Plausch mit Freunden auf die bereitgestellten Bänke, andere ließen sich schmecken, was da an Süßem oder Deftigen vorbereitet war. Und fast jede und jeder fand etwas für die mitgebrachten Einkaufsbeutel: Kartoffeln, Gemüse, Honig, Nüsse oder Schokolade. Es war tatsächlich ein ganz ordentlicher kleiner Bauernmarkt zusammengekommen: Bauer Volker Woltersdorff aus Blankenfelde verkaufte z.B. Kartoffeln, rote Bete und Kürbisse, Vivian Böllersen ihre Walnüsse, Imker Carlo Wolf-Gersdorff aus Lichtenrade seinen Honig. Die Märkische Kiste aus der Motzener Straße bot eine große Vielfalt an frischem Gemüse, der Fairtrade Stand von Gabriela Brauer Kaffee, Tee, Kakao und vieles mehr. Die Botschafterinnen von Foodsharing bereiteten Brote mit pikanten Aufstrichen, an den Ständen der Ökumenischen Umweltgruppe gab

 

es Kuchen, Quarkbrote, kalte Getränke und Kaffee. Die freiwillige Feuerwehr bot ein Kinderprogramm.

Viele Leute fragten uns, ob nicht hier an diesem Platz in Zukunft dauerhaft ein Markt stattfinden könnte, wenn am Pfarrer- Lütkehaus-Platz wegen der Baumaßnahmen der Dresdner Bahn kein Markt mehr möglich ist.

Am Abend wurde in der Mälzerei der Film „BAUER UNSER - billige Nahrung teuer verkauft“ gezeigt. Alle Plätze waren belegt und obwohl es trotz der Kissen und Decken etwas klamm blieb und obwohl der österreichische Dialekt schwer zu verstehen war, blieben die meisten bis zum Ende, weil das Thema sie alle betrifft. Und wenn wir auch nicht jedes Wort verstanden haben, so haben wir doch soviel verstanden:  Es stimmt etwas nicht mit unser Landwirtschaft. Wir importieren Soja als Viehfutter und exportieren unsere Überschüsse an Milch, Fleisch und Butter nach Afrika und China. Aber ein normaler bäuerlicher Familienbetrieb kann von den Erzeugerpreisen kaum leben. Immer mehr Bauernhöfe geben auf -zwischen 2013 und 2016 allein 10 000 - und nur die ganz großen Betriebe überleben. Kaum irgendwo auf der Welt sind Lebensmittel so billig wie in Deutschland, aber was haben wir davon, wenn dabei die Bauern kaputt gehen, die Tiere leiden und die Böden und unser Trinkwasser Schaden nehmen ? Wir denken, an dieser Stelle muss die Politik umsteuern. Und als Verbraucher kann ich zumindest die Nachfrage nach Produkten aus biologischem Anbau stärken.

siehe auch Film in Mediathek